Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

Home
Themen
Ausstellung
Impressum

Widerstand und Opposition in der DDR
Entstalinisierungsversuche der SED 1956
  Bernhard Steinberger
   
  Bernhard Steinberger (1917–1990) muss 1936 vor den Judenverfolgungen aus Deutschland fliehen. Im Schweizer Exil wird er KPD-Mitglied.
Nach seiner Rückkehr beginnt er 1947 an der Leipziger Universität das Studium der Ökonomie.
Am 28. Mai 1949 wird seine Frau Ibolya in Budapest verhaftet, wo sie Verwandte besucht hat. Diese sind in die Verhaftungswelle im Zusammenhang mit der Vorbereitung des stalinistischen Schauprozesses gegen Laszlo Rajk geraten. Ibolya wird völlig grundlos zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Bernhard Steinberger wird eine Woche nach seiner Frau am 9. Juni 1949 in Berlin festgenommen und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 15 Jahren Straflager verurteilt. 1950 wird er nach Workuta deportiert. Er und seine Frau werden 1955 amnestiert und kehren in die DDR zurück.
Steinberger nimmt 1956 seine wissenschaftliche Arbeit wieder auf und erreicht im Sommer seine Rehabilitierung. Er beteiligt sich als Wirtschaftsexperte an den systemkritischen Diskussionen des Kreises um Walter Janka und Wolfgang Harich. Deshalb wird er im November 1956 erneut inhaftiert. In der DDR-Presse als Vorbestrafter diffamiert, wird er im Prozess gegen Harich zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. 1960 wird er entlassen. 1989/90 berät er das Neue Forum in Wirtschaftsfragen.
 

Bernhard Steinberger

Bernhard Steinberger:

Ausschluss Steinbergers aus der SED
Berlin, 4. März 1957 (2 S.)

Aus dem Plädoyer des Generalstaatsanwaltes Ernst Melsheimer im Prozess gegen Wolfgang Harich, Manfred Hertwig und Bernhard Steinberger
Berlin, Anfang März 1957 (4 S.)



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand