Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Proteste gegen den Bau der Mauer – Flucht und Fluchthilfe
  Ausreisebewegungen
   
  Am 10. Juli 1976 verfasst der Riesaer Arzt Karl-Heinz Nitschke (1930–1984) eine "Petition zur vollen Erlangung der Menschenrechte". Unter Berufung auf die Schlussakte von Helsinki fordern er und 33 weitere Bürger, die mit Namen und Anschriften unterzeichnen, von der DDR-Regierung die Einhaltung des vertraglich zugesicherten "Rechtes auf freie Wahl des Wohn- und Arbeitsortes" und die freie Ausreise in den Westen. Sie übergeben die Petition sowohl dem Staatsrat der DDR, der UN-Division of Human Rights in Genf als auch westlichen Medien zur Veröffentlichung. Weitere Bürger aus Riesa, Karl-Marx-Stadt und Umgebung schließen sich der Aktion an. Auch sie wollen die DDR verlassen. Mehrere von ihnen werden festgenommen und wegen "staatsfeindlicher Hetze" und "staatsfeindlicher Verbindungen" zu Haftstrafen verurteilt. Nitschke wird nach längerer Untersuchungshaft von der Bundesregierung freigekauft und am 26. August 1977 aus der Haft entlassen.
In den folgenden Jahren machen immer wieder ausreisewillige DDR-Bürger in z. T. öffentlichen Aktionen (weiße Bänder an Autos, "Weiße Kreise" genannte illegale Kundgebungen) auf ihr Anliegen aufmerksam.
 

Weißer Kreis
Jena 1983

Plakat für die Freilassung der Familie Nitschke
Frankfurt am Main, Mai 1976



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand