Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Systemkritische Dissidenten
  Robert Havemann
   
  Robert Havemann (1910–1982) schließt sich 1933 dem illegalen Widerstand gegen den Nationalsozialismus an. 1943 wird er verhaftet und zum Tode verurteilt. Seine "Europäische Union" genannte Gruppe hatte begonnen, mit ausländischen Zwangsarbeitern gegen das NS-Regime zu kämpfen. Da seine Forschungsarbeiten für die NS-Rüstung unentbehrlich erscheinen, wird die Hinrichtung aufgeschoben. Im April 1945 wird er durch die Rote Armee aus der Todeszelle befreit.
Havemann stellt sich rückhaltlos dem Aufbau des ostdeutschen kommunistischen Staates zur Verfügung. Spätestens die Enthüllungen über die stalinistischen Verbrechen 1956 erschüttern seinen blinden Glauben an die Unfehlbarkeit der SED.
Als Universitätsprofessor entwickelt er in öffentlichen Vorlesungen seine kritischen Vorstellungen. 1964 wird er entlassen. Die Medien in der DDR bleiben ihm vollständig versperrt. Dennoch regen seine Gedanken immer wieder oppositionelle Intellektuelle an. Als er 1976 gegen die Ausbürgerung seines Freundes Wolf Biermann protestiert, wird er über Monate in seinem Haus eingesperrt. In seinen letzten Lebensjahren ermutigt er die entstehende unabhängige Friedensbewegung.
 

Robert Havemann, Mitte der sechziger Jahre

Manuskript der achten Vorlesung Robert Havemanns in der Reihe

Titelblatt der Erstausgabe der systemkritischen Vorlesungen Robert Havemanns an der Humboldt-Universität
Reinbek bei Hamburg, 1964

Brief Robert Havemanns an Erich Honecker mit der Bitte um die Freilassung des politischen Häftlings Siegmar Faust
Grünheide, 16. März 1976

Treffen jüngerer Oppositioneller mit Robert Havemann auf dem Grundstück von Gerd Poppe (v.l.n.r.: Rüdiger Rosenthal, Wolfgang Hilbig, Karin Teichert, Robert Havemann, Reinhard Weißhuhn, Lutz Rathenow, Elke Erb, Gert Neumann, Sabine Kloß, Christian Kloß)
Woltersdorf bei Berlin, 27. Juni 1981

Letzte Seite des Offenen Briefes an KPdSU-Chef Leonid Breshnew, September 1981

Stefan Heym (1913–2001) bei der Beisetzung Havemanns 1982 (rechts hinter Heym, halbverdeckt: Der spätere Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte Werner Fischer). Vom MfS 1989 zerrissenes Observationsfoto
Grünheide, 17. April 1982



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand