Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Der Aufstand des 17. Juni 1953
  Der Aufstand in Berlin
   
  Die Weigerung der SED, die Normerhöhungen zurückzunehmen, lässt die Situation in Berlin eskalieren. Am 16. Juni weigern sich die Bauarbeiter der Stalin-Allee, ihre Arbeit fortzusetzen. Sie fordern ihre Kollegen zum Streik auf und bilden einen Demonstrationszug, der sich in Richtung Stadtzentrum in Bewegung setzt. Die Demonstration findet ihren Höhepunkt vor dem Regierungssitz der DDR, dem Haus der Ministerien in der Leipziger Straße. Rasch wird aus der Forderung nach der Normsenkung die nach freien Wahlen in ganz Deutschland und dem Abschluss eines Friedensvertrages.
Am folgenden Tag, dem 17. Juni, treffen sich im Zentrum der Stadt Demonstrationszüge aus vielen Betrieben, darunter einer der Stahlarbeiter aus dem Vorort Hennigsdorf im Norden der Stadt. Die Streikenden des Betriebes ziehen durch den französischen Sektor bis zum Brandenburger Tor, wo sie die von der SED missbrauchte Rote Fahne vom Tor holen und verbrennen.
Gegen Mittag treffen die ersten sowjetischen Panzer in der Stadt ein. Ab 13 Uhr wird der Ausnahmezustand verhängt. Die Straßen werden unter Einsatz von Schusswaffen geräumt. Viele Demonstranten fliehen nach Westberlin. Ein Demonstrant wird auf der Straße Unter den Linden von einem Panzer überrollt, ein Kind in der Bernauer Straße von Querschlägern tödlich getroffen. In der Leipziger Straße gibt es Dutzende Verletzte.
Am 18. Juni wird der arbeitslose Westberliner Maler Willy Göttling auf Befehl der sowjetischen Kommandantur standrechtlich erschossen. Er ist auf dem Weg von seiner Wohnung in Reinickendorf zum Arbeitsamt in Neukölln in die Demonstrationen in Ostberlin geraten.
 

In der Stalin-Allee nehmen die Demonstrationen ihren Ausgang
Berlin, 16. Juni 1953

Hennigsdorfer Arbeiter am Morgen des 17. Juni auf dem Weg durch den Stadtbezirk Wedding ins Berliner Stadtzentrum

Demonstranten erklimmen das Brandenburger Tor

Die rote Fahne wird eingeholt

Gegen Mittag rollen sowjetische Panzer ins Zentrum; an ihrer Spitze Stadtkommandant Dibrowa
Berlin, Königsstraße

Sowjetische Panzer erreichen die Leipziger Straße

Demonstranten fliehen in die Westsektoren der Stadt

Erklärung des Ausnahmezustandes für Berlin
17. Juni 1953, 13 Uhr

Der 36-jährige arbeitslose Maler Willy Göttling aus Westberlin hinterlässt Frau und zwei Kinder. Seine Beteiligung an den Ereignissen des 17. Juni 1953 ist vollkommen unsicher. Dennoch ist er der erste standrechtlich Erschossene.



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand