Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Entstalinisierungsversuche der SED 1956
  Walter Janka
   
  Walter Janka (1914–1994) tritt 1932 in die KPD ein. 1933 wird er zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach Entlassung und Emigration nimmt er als Freiwilliger auf der Seite der republikanischen Regierung Spaniens am Bürgerkrieg gegen die putschenden Truppen des Generals Franco teil. Nach der Niederlage der Republik gelingt ihm die Flucht nach Mexiko, wo er den Verlag "El libro libre" leitet.
1947 kehrt Janka nach Deutschland zurück. 1948 bis 1950 ist er Vorstandsvorsitzender der DEFA. 1954 wird er Leiter des Aufbau-Verlages in Berlin.
Er beteiligt sich fördernd an den kritischen Debatten, die innerhalb der SED-Parteiorganisation des Verlages nach dem XX. Parteitag der KPdSU stattfinden. Er ermutigt Wolfgang Harich zur Abfassung einer oppositionellen Plattform innerhalb der SED.
Am 6. Dezember 1956 wird Janka von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit verhaftet und von Erich Mielke persönlich verhört. Er verweigert jede Kooperation. Am 26. Juli 1957 wird er vom Obersten Gericht der DDR zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach anhaltenden internationalen Protesten (u. a. von Halldor Laxness, Lion Feuchtwanger, Leonhard Frank und der Familie Thomas Manns) wird er 1960 entlassen.
Von 1960 bis 1962 ist er arbeitslos. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1972 arbeitet er als Dramaturg bei der DEFA.
Trotz Wiederaufnahme in die SED bleibt er Gegner der Parteiführung; im Spätsommer 1989 erscheinen seine Erinnerungen an Haft und Verurteilung im Hamburger Rowohlt-Verlag. Deren medienwirksame Lesung im Deutschen Theater Berlin führt Ende Oktober 1989 zu einer weiteren Zuspitzung der öffentlichen Empörung gegen die SED im Rahmen der Herbstrevolution. Janka stirbt 1994 in Kleinmachnow.
 

Walter Janka

Walter Janka und Kulturminister Johannes R. Becher in der Schweiz
1955

Ausschluss Walter Jankas aus der SED
Berlin, 4. März 1957(2 S.)

Schreiben von Erich Mielke, stellvertretender Staatssekretär für Staatssicherheit, an Hermann Matern, Vorsitzender der Zentralen Parteikontrollkommission. Mielke schickt Verhörprotokolle, empfiehlt den Ausschluss Jankas und anderer aus der SED und kündigt die Verhaftung zweier Zeugen des geplanten Prozesses im Gerichtssaal an.
Berlin, 11. Februar 1957 (3 S.)

Aus der



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand