Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Widerstand gegen die Nationalsozialistische Machtübernahme
  Kurt Schumacher
   
  Der 1895 in Kulm (Westpreußen) geborene Kaufmannssohn wird im Ersten Weltkrieg schwer verwundet. Er ist ab 1920 als Journalist tätig und vertritt von 1924 bis 1931 die SPD im Württembergischen Landtag, seit 1930 im Reichstag. Im Februar 1932 zieht er sich durch eine scharfe Rede gegen die NSDAP den Zorn der Nationalsozialisten zu. Anfang Juli 1933 wird Schumacher festgenommen und in den Konzentrationslagern Heuberg und Ulm-Oberer Kuhberg, ab Juni 1935 im KZ Dachau inhaftiert. Durch Mithäftlinge als Obmann in der Häftlingsbücherei untergebracht, kann er hier manche Verbindungen zu politischen Freunden halten und andere Häftlinge unterstützen. 1943 aus dem KZ Dachau entlassen, kommt Schumacher nach dem 20. Juli 1944 im Zuge der " Aktion Gewitter" erneut bis Ende September 1944 in Haft. Danach bereitet er noch vor der militärischen Kapitulation im Frühjahr 1945 in Hannover die Neugründung der SPD vor. Als erster Vorsitzender der SPD kann Schumacher die deutsche Nachkriegsentwicklung entscheidend beeinflussen.

Am 23. Februar 1932 erklärt der sozialdemokratische Abgeordnete Kurt Schumacher im Reichstag:
"Das deutsche Volk wird Jahrzehnte brauchen, um wieder moralisch und intellektuell von den Wunden zu gesunden, die ihm diese Agitation geschlagen hat. Eine Auseinandersetzung ist schon darum nicht möglich, weil wir in den Nationalsozialisten nicht das gleiche Niveau achten können. Wir sehen keinen Gegner, mit dem wir die Klinge kreuzen können ...
Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen. Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der deutschen Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist ...
Abschließend sage ich den Herren Nationalsozialisten: Sie können tun und lassen, was sie wollen; an den Grad unserer Verachtung werden sie niemals heranreichen ..."
 

Kurt Schumacher

Wahlplakat der SPD



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand