Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Wehrdienstverweigerung, Proteste gegen die militärische Okkupation der CSSR
  Thomas Brasch
   
  Thomas Brasch (1945–2001) kehrt 1946 mit seinen Eltern aus dem Exil in Großbritannien nach Deutschland zurück. Von 1956 bis 1961 ist er Schüler auf der kurzlebigen Kadettenschule der NVA in Naumburg. Nach dem Abitur 1963 arbeitet er als Schlosser, Meliorationsarbeiter und Setzer. 1964/65 nimmt er das Studium der Journalistik in Leipzig auf, wird aber wegen "Verunglimpfung führender Persönlichkeiten der DDR" rasch wieder exmatrikuliert: Er hat Mitglieder der Partei- und Regierungsspitze der DDR als pensionsreif bezeichnet. Er findet Arbeit als Packer, Kellner, Straßenbauarbeiter. 1967/68 beginnt er ein Fernstudium der Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg.
Als er nach dem 21. August 1968 Flugblätter gegen die Okkupation der CSSR verbreitet, wird er verhaftet und zu 27 Monaten Haft wegen "staatsfeindlicher Hetze" verurteilt. 1969 erfolgt seine vorzeitige Entlassung auf Bewährung. Es wird ihm eine Arbeit als Fräser zugewiesen.
Durch Vermittlung der Witwe Bertolt Brechts und Intendantin des Berliner Ensembles, Helene Weigel, kann er 1971/72 im Brecht-Archiv arbeiten. Seit 1972 ist er freischaffender Schriftsteller. Seine Theaterstücke werden aber vor allem aus politischen Gründen in der DDR nicht gespielt oder bald wieder abgesetzt.
Nachdem ihm die Publikation von Prosatexten verweigert wird, stellt Brasch 1976 einen Ausreiseantrag. Er unterzeichnet noch den Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns und reist bald darauf nach Westberlin aus.
 

Thomas Brasch

Information des Politbüros über den Prozess gegen Thomas Brasch (Sohn des ZK-Mitglieds und stellvertretenden Kulturministers), Frank und Florian Havemann (Söhne des Dissidenten Robert Havemann), Sandra Weigl (eine Verwandte Helene Weigels), Rosita Hunzinger (Tochter der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger), Erika Berthold (Tochter des Direktors des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED) und Hans-Jürgen Uszkoreit (Sohn des Rektors der Musikhochschule in Dresden)
Berlin, Oktober 1968

Volkspolizist entfernt Dubcek-Losung, 
August 1968



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand