Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Kampf aus dem Exil
  Sozialdemokraten im Exil
   
  Prag ist zwischen Mai 1933 und Frühjahr 1939 das wichtigste Zentrum der sozialdemokratischen Opposition. Der Vorstand der Exil-SPD (SOPADE) unter Otto Wels und Hans Vogel versucht, sich programmatisch neu zu orientieren und die Verbindungen nach Deutschland aufrecht zu erhalten. Ein großes Problem bleibt die Armut vieler deutscher politischer Flüchtlinge. Ab Ende 1933 erscheinen im Exil sozialdemokratische Zeitschriften und Flugblätter. Sie sollen den Verlust des legalen Informationsapparates in Deutschland ausgleichen. Die Druckschriften werden heimlich und unter großen Gefahren für die Verteiler über die deutsche Grenze in das Reich geschafft.
Der Einfall deutscher Truppen in die Tschechoslowakei zwingt den Vorstand der SOPADE 1939 zur Flucht. Von Paris führt der Weg vieler Sozialdemokraten über Südfrankreich, Spanien und Portugal bis in das Londoner Exil. Einige führende sozialdemokratische Emigranten – unter ihnen Hans Vogel, Curt Geyer, Fritz Heine und Erich Ollenhauer – setzen dort die Tätigkeit des Prager Exil-Vorstandes fort und tragen zum Zusammenschluss vieler Richtungen des demokratischen Sozialismus in der Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien bei. Der SOPADE-Vorstand verurteilt im August 1939 scharf die Verständigung zwischen Hitler und Stalin und macht auf die Konsequenzen für die deutsche Opposition aufmerksam.
Ende 1941 vereinigen sich Mitglieder der Exil-SPD, der Sozialistischen Arbeiterpartei, der Gruppe Neu Beginnen und des Internationalen Sozialistischen Kampfbunds (ISK) zur Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien. In den folgenden Monaten schließen sich weitere Exil-Gruppen an und legen so den Grundstein für eine neue sozialistische und demokratische Gesamtpartei, die sich programmatisch gegen eine ideologische und organisatorische Zusammenführung von Sozialdemokraten und Kommunisten wendet.
 

Mitglieder des Vorstandes der SOPADE
von links: Erich Ollenhauer, Hans Vogel, Friedrich Stampfer, Otto Wels, Albert Grzesinski und Siegmund Crummenerl
Prag, Mitte 1933

SOPADE-Bericht vom August 1936 (2 S.)

Illegale Zeitschrift



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand