Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Kampf aus dem Exil
  Einigungsbestrebungen
   
  Angeregt durch Frankreich und Spanien, wo sich 1935 Volksfrontregierungen bilden, tritt im August 1935 in Paris ein Vorbereitender Ausschuss für die Schaffung einer Deutschen Volksfront zusammen. Die Initiative geht von dem Kommunisten Willi Münzenberg aus; dem Ausschuss gehören Vertreter unterschiedlicher politischer Richtungen an. Am 26. September 1935 wird ein Büro des Ausschusses unter der Leitung des Schriftstellers Heinrich Mann gebildet, das verschiedene Entwürfe für ein gemeinsames Vorgehen sammeln soll. Der Text des Ausschusses für die Schaffung einer Deutschen Volksfront vom Februar 1936 spiegelt die politische und kulturelle Breite der "Volksfrontbewegung": Neben den Sozialdemokraten Rudolf Breitscheid und Georg Decker stehen die Liberalen Otto Klepper und Georg Bernhard, der führende Kommunist Franz Dahlem, der Sozialist Eduard Weckerle und der kurze Zeit später aus der KPD ausgetretene Willi Münzenberg.
Nach Vorlagen von kommunistischer Seite kommt es im Dezember 1936 zu einem Aufruf, eine "Volksfront" zu bilden. Er enthält weitgehende demokratische Forderungen. Zur selben Zeit stellen Otto Brass, Hermann Brill und weitere Sozialdemokraten in Berlin ein ähnliches "Zehn-Punkte-Programm" fertig, das sie den Spitzen von KPD und SPD übermitteln.
In Paris bekräftigt der Ausschuss im April 1937 in einer "Botschaft an das deutsche Volk" noch einmal die Forderung nach dem gemeinsamen Vorgehen aller Hitlergegner. Eine Zusammenarbeit der Exil-Führungen von SPD und KPD kommt jedoch wegen des stalinistischen Terrors und politischer Manöver des ZK-Sekretärs Walter Ulbricht sowie wegen anderer politischer Differenzen nicht zustande. In Deutschland dagegen kämpfen in einigen Widerstandsgruppen weiterhin Kommunisten, Sozialdemokraten und Sozialisten gemeinsam gegen den Nationalsozialismus.
 

Babette Groß, Willi Münzenberg und Margarete Buber-Neumann

Heinrich Mann

Otto Klepper



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand