Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Kampf aus dem Exil
  Hermann Brill
   
  Nicht nur im Exil, auch in Deutschland selbst gibt es Versuche, die Zusammenarbeit zwischen den Regimegegnern zu verbessern. Der Thüringer Jurist und politische Beamte Hermann Brill (18951959) ist ein konsequenter Gegner des Nationalsozialismus. Nach 1933 hält er Kontakt mit der von Jakob Greidinger und Otto Jensen geleiteten Gruppe Befreiung der Arbeit, die bald von der Gestapo entdeckt wird. Im Juli 1934 zieht Brill nach Berlin, wo er sich einem Kreis ehemaliger SPD-Abgeordneter und Gewerkschafter anschließt und die Möglichkeit der Zusammenarbeit von Sozialdemokraten und Kommunisten auslotet. Gemeinsam mit dem Buchhändler Otto Brass verfasst Brill das "Zehn-Punkte-Programm" der sozialdemokratischen Gruppe Deutsche Volksfront.
Am 21. September 1938 wird Brill verhaftet, am 29. Juli 1939 werden er und Brass vom Volksgerichtshof zu je zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis Ende 1943 ist Brill im Zuchthaus Brandenburg-Görden inhaftiert, anschließend im KZ Buchenwald. Dort entwickelt er in Zusammenarbeit mit sozialdemokratischen, kommunistischen und christlichen Häftlingen programmatische Grundlagen für eine Nachkriegspolitik. Unmittelbar nach der Befreiung verfasst Brill mit seinen Freunden das Buchenwalder Manifest. 1945 wird er thüringischer Ministerpräsident, nach seiner Flucht in den Westen ist er von 1946 bis 1949 Staatssekretär und Chef der hessischen Staatskanzlei, danach Mitglied des Deutschen Bundestages.
 

Hermann Brill

Otto Brass



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand