Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Widerstand aus christlicher Überzeugung
  Paul Schneider
   
  In einem rheinischen Pfarrhaus aufgewachsen, dient Paul Schneider (1897–1939) als Leutnant im Ersten Weltkrieg und studiert danach Theologie in Gießen und Marburg. Anschließend arbeitet er in einem Hüttenwerk in Hörde, versieht Hilfspredigerstellen in Berlin und Essen, später eine Pfarrei bei Wetzlar. Als Mitglied der Bekennenden Kirche protestiert Schneider im Oktober 1933 mehrmals gegen Äußerungen des SA-Führers Ernst Röhm. Er engagiert sich in Auseinandersetzungen mit den NS-treuen "Deutschen Christen" und wendet sich von der Kanzel und andernorts gegen die NS-Kirchenpolitik und -Weltanschauung, insbesondere gegen die Schriften Hitlers und des Ideologen Alfred Rosenberg.
Wegen seiner NS-kritischen Äußerungen versetzt ihn die Kirchenbehörde zum 1. April 1934 nach Dickenschied im Hunsrück, wo er sich weiter oppositionell zeigt. Bis 1936 lädt die Gestapo ihn mehrmals vor und nimmt ihn für eine Woche in Haft. Am 31. Mai 1937 wird der Geistliche, weil er eine kirchliche Sanktion über einen nationalsozialistischen Lehrer ausgesprochen hatte, von der Koblenzer Gestapo bis zum 29. Juli 1937 inhaftiert und dann aus der Rheinprovinz ausgewiesen. Er kehrt jedoch in seine Gemeinde zurück, worauf er am 3. Oktober wieder verhaftet und am 25. November 1937 in das KZ Buchenwald gebracht wird.
Als Paul Schneider sich dort am 20. April 1938 weigert, die Hakenkreuzfahne zu grüßen, verhängt der Lagerkommandant Karl Koch Bunkerhaft über ihn. Aus dem Zellenfenster klagt der Pfarrer ungebrochen SS-Leute der Misshandlung und des Mordes an und ruft Mithäftlinge zum Durchhalten auf. Der SS-Arzt Erwin Ding-Schuler ermordet Schneider am 18. Juli 1939 mittels einer Giftinjektion. Schneiders Beisetzung in Dickenschied wird zu einer Demonstration gegen das NS-Regime.
 

Paul Schneider

Paul Schneider mit seiner Familie

Protest Paul Schneiders gegen seine

Protest gegen die Festnahme von Paul Schneider
Simmern, 18. Juni 1934 (2 S.)

Chronologie der Verfolgung Paul Schneiders 1937/38

Todesanzeige für Paul Schneider
Wuppertal-Barmen, 19. Juli 1939

Ruhestätte des ermordeten Bekenntnispfarrers Paul Schneider
Dickenschied, Sommer 1939



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand