Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Die friedliche Revolution 1989/90
  Walter Schilling
   
  Walter Schilling (*1930) wird als Sohn eines Pfarrers der Bekennenden Kirche in Thüringen geboren. Nach der Tätigkeit als Landarbeiter und Bergmann studiert er von 1950 bis 1955 Theologie in Münster, Heidelberg und Jena. Er wird Gemeindepfarrer in Braunsdorf-Dittrichshütte bei Saalfeld. Noch als Kreisjugendpfarrer beginnt er, die Jugendarbeit seiner Kirche für unangepasste Jugendliche zu öffnen. Es ist der Anfang der Offenen Jugendarbeit der Evangelischen Kirche. Seit den siebziger Jahren finden in Braunsdorf überregionale oppositionelle Arbeitstreffen von Kirchenangestellten und Jugendlichen statt. Der Kreis erweitert sich um Wehrdienstverweigerer, die hier Unterstützung finden. 1980 wird Schillings Jugendheim verboten und zwangsweise geschlossen. Schilling unterstützt die sich bildende unabhängige Friedensbewegung. 1989/90 ist er Vertrauenspfarrer der Kirche von unten in Berlin. Er nimmt an Mahnwachen in der Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg teil. Über das Kontakttelefon informiert er über Polizeiübergriffe und Festnahmen während der Demonstrationen Anfang Oktober 1989 in Berlin. Er beteiligt sich an der Konstituierung des unabhängigen Untersuchungsausschusses zu diesen Übergriffen, verlässt den Ausschuss aber wieder, als es nicht gelingt, den Einfluss der Verantwortlichen auf die Untersuchung abzuwehren.  

Walter Schilling



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand