Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944
  Claus Schenk Graf von Stauffenberg
   
  Stauffenbergs Vater Alfred Schenk Graf von Stauffenberg ist zunächst Stallmeister des Königs von Württemberg und bekleidet später das Amt eines Oberhofmarschalls. Seine Frau Caroline, eine geborene Gräfin von Uxkull-Gyllenband, ist eine Urenkelin des preußischen Generals der Befreiungskrieges und großen Heeresreformers August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau. Stauffenbergs Geschwister, die Zwillingsbrüder Alexander und Berthold, sind zwei Jahre älter als Claus.
Stauffenberg (1907–1944) ist seit 1933 mit Nina Freiin von Lerchenfeld verheiratet, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hat. Er tritt 1926 in das Bamberger Reiterregiment ein und wird im Sommer 1934 an die Kavallerieschule Hannover versetzt. Anschließend an die Kriegsakademie in Berlin kommandiert, absolviert er bis 1938 eine Generalstabsausbildung. In seinem Lehrgangs- und Hörsaalkameraden Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim trifft er auf einen Freund und späteren Mitverschwörer. Nach dem Abschluss des Lehrgangs für Generalstabsoffiziere an der Berliner Kriegsakademie wird Stauffenberg zweiter Generalstabsoffizier (I b) beim Divisionsstab der 1. Leichten Division unter Generalleutnant Erich Hoepner. Zu Stauffenbergs Aufgaben gehört die Versorgung seiner Einheit mit Nachschub. Im Herbst 1938 nimmt Stauffenberg an der Besetzung des Sudetenlandes teil.
Stauffenbergs Einheit kommt beim Überfall auf Polen zum Einsatz, anschließend wird Stauffenberg als Generalstabsoffizier bei der Westoffensive gegen Frankreich eingesetzt. Nach wechselnden Verwendungen in der Organisationsabteilung des Oberkommandos des Heeres wird Stauffenberg Anfang 1943 zur 10. Panzerdivision versetzt, die General Erwin Rommels Rückzug in Afrika decken soll. Anfang April 1943 wird Stauffenberg in Tunesien bei einem Tieffliegerangriff schwer verwundet. Nur knapp entgeht er dem Tod. In den Monaten seiner Genesung ringt er sich zum aktiven Widerstand durch. Schon in den Jahren davor haben ihn Kirchenkampf, Judenverfolgung und die Verbrechen im Osten dem nationalsozialistischen Staat entfremdet, in dem er 1933 noch gute Chancen für Deutschland gesehen hat. Als er die Folgen der deutschen Politik erkennt und das ganze Ausmaß des Schadens abschätzen kann, den Hitlers Krieg über das Deutsche Reich und Europa bringt, entschließt er sich zur aktiven Gegnerschaft.
Nach seiner Verwundung kann Stauffenberg noch vor der Kapitulation der deutschen Afrika-Truppen in die Heimat geflogen werden. Im Anschluss an eine lange Genesungszeit fordert General Olbricht Stauffenberg als seinen Stabschef an und weiht ihn in die Umsturzpläne ein. Stauffenbergs persönliche Ausstrahlung ist groß, seine fachliche Kompetenz anerkannt. Er führt viele Gegner des Regimes zusammen und findet unter ihnen enge Freunde.
 

Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinen Söhnen Berthold Maria, Franz Ludwig und Heimeran

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (links) mit seinen Eltern Alfred Schenk Graf von Stauffenberg und Caroline, geb. Gräfin von  Uxkull-Gyllenband, und seinen Brüdern Alexander Schenk Graf von Stauffenberg und Berthold Schenk Graf von Stauffenberg
Lautlingen 1923

Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Frau Nina, geb. Freiin von Lerchenfeld, in der Bamberger St.-Jakobs-Kirche nach der kirchlichen Trauung
Bamberg, 26. September 1933

Claus Schenk Graf von Stauffenberg als junger Offizier des Reiterregiments Nr. 17
Bamberg, um 1934

Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Generalstabsoffizier der 6. Panzerdivision
Hachenburg 1940



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand