Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Jugendopposition
  Die Gruppe um Hanno Günther
   
  Als Lehrling findet Hanno Günther (1921–1942) enge Verbindung zu einer oppositionellen Gruppe von Kommunisten, zu denen auch Elisabeth Pungs gehört. Nach dem Überfall auf Polen verfassen Elisabeth Pungs und Hanno Günther ihr erstes Flugblatt. Sie verteilen diese Zettel in Briefkästen oder werfen sie in Treppenhäuser. Kurze Parolen werden auf Klebezetteln publiziert. Vom Flugblatt "Das freie Wort" können sie innerhalb von vier Wochen etwa 300 Exemplare verbreiten.
Zur Gruppe um Hanno Günther und Elisabeth Pungs gehören mit Emmerich Schaper und Bernhard Sikorski ehemalige Mitschüler von der Rütli-Schule, die Günther auf einem Klassentreffen wieder sieht. Wolfgang Pander wird wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Er gehört bis 1933 dem Kommunistischen Jugendverband an und wird deshalb zwei Jahre in Konzentrationslagern inhaftiert.
Ende Juli 1941 gelingt es der Geheimen Staatspolizei, den gesamten Freundeskreis zu verhaften. Die Verhöre werden immer wieder von Drohungen und Schlägen unterbrochen, um die Verbindungen zu kommunistischen Gruppen aufzudecken. Am 9. Oktober 1942 findet der Prozess gegen Günther und seine Freunde statt. Dagmar Petersen wird zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, alle anderen Angeklagten zum Tode. Hanno Günther, Wolfgang Pander und Bernhard Sikorski werden Anfang Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet. Emmerich Schaper stirbt bereits vor seiner Hinrichtung an den Folgen der Haft.
 

Gestapo-Aufnahmen der Mitglieder der Gruppe um Hanno Günther



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand