Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Die Weiße Rose
  Willi Graf
   
  Willi Graf (1918–1943) kommt 1929 zu einer Jungenschaftsgruppe des katholischen Schülerbundes "Neudeutschland". 1934 schließt er sich dem engeren Kreis des von Fritz Leist gegründeten Jungenbundes "Grauer Orden" an und nimmt an illegalen Fahrten und Lagern teil. Nach Abitur und Arbeitsdienst beginnt Willi Graf 1937 in Bonn mit dem Medizinstudium. Im Januar 1938 wird er für zwei Wochen inhaftiert und mit anderen Mitgliedern des Grauen Ordens vor dem Sondergericht Mannheim angeklagt. Durch eine Amnestie nach dem "Anschluss" Österreichs wird das Verfahren im Mai 1938 eingestellt. Anfang 1940 wird Graf in der Wehrmacht zum Sanitäter ausgebildet und in Frankreich, Belgien sowie ab Juni 1941 an der sowjetischen Front eingesetzt. Im April 1942 wird er in die 2. Münchener Studentenkompanie zur Fortsetzung des Medizinstudiums beurlaubt und lernt hier Hans Scholl und Alexander Schmorell kennen, mit denen er von Juli bis Ende Oktober 1942 zur "Feldfamulatur" an der Ostfront eingesetzt ist.
In den Weihnachtsferien 1942/43 unternimmt Willi Graf mehrere Reisen in andere Städte, bei denen er in seinem alten Freundeskreis um Mitstreiter wirbt. Mitte Januar 1943 ist er an der Formulierung des fünften Flugblattes der Weißen Rose beteiligt und versucht erneut, bei einer Reise vom 20. bis 24. Januar 1943 nach Köln, Bonn, Saarbrücken, Freiburg und Ulm, Mitverschworene zu gewinnen. Im Februar 1943 ist er an den Freiheitsparolen in der Münchener Innenstadt ebenso beteiligt wie an den Gesprächen mit Falk Harnack und der Herstellung und Verbreitung des sechsten Flugblattes der Weißen Rose. Die Gestapo verhaftet ihn noch am 18. Februar 1943, dem Tag der Verteilung dieses Flugblatts durch Hans und Sophie Scholl in der Münchener Universität.
Der Volksgerichtshof unter Roland Freisler verurteilt Willi Graf zusammen mit Kurt Huber und Alexander Schmorell am 19. April 1943 in München zum Tode. Fast ein halbes Jahr später, am 12. Oktober 1943, wird er im Strafgefängnis München-Stadelheim ermordet.
 

Willi Graf (3. von links) auf Fahrt mit Freunden aus den Grauen Orden
Montenegro 1936

Willi Graf

Willi Graf im Gespräch



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand