Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
Solidarität mit Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen
  Galina Romanowa
   
  Galina Romanowa (1918–1944) wird als Tochter eines Schmiedes im Dorf Romankovo (Gebiet Dnepropetrowsk) geboren. Nach Abschluss der Schule besucht sie drei Jahre ein medizinisches Technikum. Während der Schulzeit ist sie Komsomolzin. Nach der Verhaftung ihrer Eltern 1937 durch das NKWD wird sie ausgeschlossen. Sie studiert fünf Jahre am Medizinischen Institut Dnepropetrowsk. Der Krieg verhindert jedoch einen regulären Abschluss. Um eine medizinische Minimalversorgung der Ukraine zu sichern, erlauben die Besatzungsbehörden 1942, vor dem Examen stehenden Studenten, ihr Studium abzuschließen. Am 1. Juli 1942 wird Galina Romanowa mit einem großen Teil dieser Absolventen nach Deutschland gezwungen, um die dorthin verschleppten Zwangsarbeiter zu versorgen. Sie ist Ärztin in verschiedenen Zwangsarbeiterlagern. Zuerst betreut sie ein Lager in Wildau, seit Dezember 1942 mehrere Lager in und bei Oranienburg. Sie schließt sich der Widerstandsgruppe Europäischen Union an, die sich vorrangig humanitären Aufgaben, wie der Hilfe für Juden und politisch Verfolgten widmet. Außerdem stellt sie den organisierten Kontakt zu illegalen Gruppen von Zwangsarbeitern her, um diese mit Informationen und Nahrungsmitteln zu versorgen.
Wegen ihrer Mitarbeit bei der Europäischen Union wird Galina Romanowa am 6. Oktober 1943 festgenommen, am 27. April 1944 zum Tode verurteilt und am 3. November 1944 in Berlin-Plötzensee ermordet.
 

Galina Romanowa

Schluss-Bericht der Geheimen Staatspolizei
über Galina Romanowa
Berlin, 5. November 1943 (2 S.)

Gefangenenkarte des Gefängnisses Plötzensee 
für Galina Romanowa
Berlin, 3. November 1944



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand