Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
  Widerstand und Opposition in der DDR
  Die Ablehnung des nationalsozialistischen Regimes verbindet 1945 dessen Gegner über politische, kulturelle und konfessionelle Grenzen hinweg. Sehr rasch wird dieser antifaschistische Grundkonsens jedoch den Zwecken des sowjetischen Kommunismus geopfert. Nicht alle unterwerfen sich der neuen Diktatur, sondern bekennen sich zu ihren eigenen Traditionen. Der von den kommunistischen Machthabern praktizierte Terror erinnert viele an die überwundene nationalsozialistische Diktatur und ruft Proteste hervor.

Manche, die bereits gegen das NS-Regime ihr Leben eingesetzt haben, widersetzen sich auch der SED. An ihnen orientieren sich vor allem junge Menschen, die sich um ihre politischen Hoffnungen betrogen fühlen und zu eigenständigen Aktionen finden. 1950 revoltieren Häftlinge im Zuchthaus Bautzen und leisten so Widerstand gegen die neuen Machthaber. In den frühen fünfziger Jahren widersetzen sich in Jungen Gemeinden Christen dem weltanschaulichen Führungsanspruch der SED. Am 17. Juni 1953 empören sich in vielen Orten der DDR die Menschen gegen die SED-Führung und weiten den Protest zu einem Volksaufstand aus, in dem freie Wahlen in ganz Deutschland gefordert werden. Sowjetische Truppen schlagen den Aufstand nieder.

Mit anhaltender Kontrolle und Unterdrückung wird jeder Protest niedergehalten. Obwohl der Mauerbau vom 13. August 1961 viele resignieren lässt, findet sich gerade die nachgewachsene Generation nicht mit der Enge, der Bevormundung und der Unfreiheit ab. Immer wieder suchen viele, die sich nicht auf den SED-Staat einlassen wollen, ihren Weg in den Westen, den sie mit Freiheit gleichsetzen. Andere beginnen, die SED-Führung eigenständig mit politischen Alternativen zu konfrontieren.

Mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 zerstört die SED die letzten Hoffnungen mancher Intellektueller, die aus antifaschistischer Grundüberzeugung weiterhin in der DDR einen zukunftsträchtigen Weg deutscher Politik nach 1945 erblickt haben. Die Ablehnung der Perestrojka Gorbatschows zerrüttet selbst die Systemtreue vieler Mitglieder der SED.

Die vielen kleinen Oppositionsgruppen gewinnen seit 1988 mehr und mehr Gehör im Lande. Massenflucht und Bürgerbewegungen münden 1989 in die friedliche Herbstrevolution. Die Mauer fällt, die Staatssicherheit wird entmachtet.

In der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 können die Bürgerinnen und Bürger der DDR zum ersten Mal frei über ihre politische Zukunft entscheiden.

Jenaer Friedensgemeinschaft mit eigenen Transparenten auf dem Weg zu einer offiziellen Demonstration der FDJ
Links mit Transparent: Roland Jahn
Jena, 18. Mai 1983



geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand